Stand-up, los geht’s / KW1

Das Jahr beginnt!

Euch allen ein frohes neues Palmert-Ille.de-Jahr.

Meinem letzten Blog-Artikel haben Sie es bereits entnommen. Ich werde mich einer weiteren Herausforderung stellen und versuchen, irgendwann im Jahr 2019, einen Auftritt als Stand-up Komödiant zu organisieren. Mal sehen. Aus dem Vorzutragenden mache ich ein Open Source-Projekt, denn ich werden meine rohen, geschriebenen Texte hier immer mal wieder veröffentlichen. Das hat zwei Vorteile. Zum einen entsteht so ein Text für den Blog, zum anderer archiviere ich meine Comedy-Texte sinnvoll. Und drittens bekomme ich von Ihnen bereits eine Rückmeldung, bevor ich die Bühne überhaupt zum ersten Mal betreten habe. Eine Win-Win-Win-Situation.

Los geht’s!

Wisst Ihr was das Schwerste an Stand-up Comedy ist? Übergänge. Früher haben sich Leute einfach hingestellt und Witze erzählt. Heute muss es so klingen als sei alles eine einzig lange, wahre Geschichte… das ist natürlich Schwachsinn. Deshalb werde ich oft „Apropos“ sagen. Apropos gibt jedem sinnlosen Geistessprung zumindest die Anmutung, dass man sich in einer sinnvollen Zeitlinie bewegt. Sie wissen jetzt: ne, das wusste er einfach nicht weiter.

Aber gut, ich hab ja Zeit, hab nichts zu tun. Ich bin ja Papa von zwei Kindern und Hausmann. Den ganzen Tag nichts zu tun. Und Vormittags noch weniger. Da sind die Kinder ja im Kindergarten.

Apropos Kindergarten. Mein Kleiner, 3, kam letztens aus dem Kindergarten zurück. Es muss ein besonders schöner Tag dort gewesen sein. Zumindest vermute ich das. Nachdem wir wieder daheim waren sang er aus voller Kehle, immer wieder: „Bücken, lecken, runtrum drehn. Viermal klatschen…“ Aha, das machen die also da. Mein Sohn lebt meinen Traum. Alles gut.

Überhaupt Kindergarten. Es wird ja viel davon gesprochen, dass bestimmte Jobs besser bezahlt werden müssten. Darunter KindergärtnerInnen. Mal ehrlich: die spielen 8 Stunden am Tag mit Kindern zwischen 1 und 6. DIE SPIELEN DEN GANZEN TAG mit Kindern.

Scheiße ja, die sollten mehr verdienen. Mehr als alle anderen… zusammen! Haben Sie sich schon mal acht Stunden lang mit Menschen umgeben, die weder Lesen noch Schreiben können? Und die kein Fernsehen gucken dürfen!

Ja, wenn Sie schon mal den ÖPNV genutzt haben. Aber das starren wenigstens alle auf ihr Handy. Die Analphabeten im Kindergarten nicht.

Ich habe es schon erlebt. Die acht Stunden mit einer Gruppe Kinder. Man nennt es Kindergeburtstag. Gut, das sind meist nur 4 Stunden. Die fühlen sich aber an wie acht…zehn.

„Das Leben ist kein Kindergeburtstag“. Zum Glück. Das könnte niemand aushalten.

Zu meiner Zeit haben sich Looser dadurch ausgezeichnet, dass sie sich am Schulkiosk mit Süßigkeiten eingedeckt haben. Früher konnte man das noch. Ringlis, Kinderriegel. Hauptsache viel Kalorien für wenig Geld. Wir hatten ja nichts… also keine Unverträglichkeiten gegen alles und jeden.

Die mit Süßigkeiten vollbeladenen Looser haben ihre Beute dann an die anderen verteilt. Quasi eine naive Vorstufe der Prostitution. Ich geb Dir was, dafür bist Du kurz nett zu mir. Traurigerweise hätten die meisten Looser selbst auf dem Straßenstrich – das ist eine andere Geschichte.

Schnitt. Ein Kindergeburtstag heute. Am Ende des Kindergeburtstages überschüttet man seine „Freunde“ mit Geschenken. Mamas nähen Beutel, die dann mit allerlei Unnütz gefüllt werden. Manchmal sogar mit Lego oder anderem Zeug, das wirklich etwas kostet.

Man beschenkt seine Freunde also dafür, dass sie das waren. Merkten Sie was…!? Lassen Sie das mal wirken… Nicht weit weg von Schulhof-Looser. Oder!?

Wann waren Sie zuletzt bei Freunden, sagen wir zum Abendessen eingeladen und wurden anschließend, beim Gehen, mit einem Beutelchen verabschiedet. Darin: eine Pulle Champus, ne Breitling. Gab´s nicht in letzter Zeit, oder!?

Was ist der Unterschied zwischen Leuten mit Kindern und ohne? Leute ohne Kinder haben keine

Kinder! „Aber ich arbeite auch hart und leite nach Feierabend noch drei Yogakurse!“

Ja, und danach legst Du Dich auf die scheiß Couch und guckst Netflix. Ich spiele noch 12 Runden Uno. Und ich hasse Kartenspiele. Ich habe in meinem gesamten Vor-den-Kindern-Leben sieben Minuten Brett- oder Kartenspiele gespielt. Weil ich sie hasse. Dann wurde ich Papa. Jetzt habe ich schon oft eine Stunde Karten gespielt bevor überhaupt die Sonne aufgeht.

Ich brauche kein Yoga. Ich kann auch Zuhause keinen Spaß haben.

Wobei. Mit den Kindern macht es mir eigentlich Spaß. Aber mit anderen Erwachsenen… nee, das geht immer noch nicht. Die Frage ist ja eigentlich auch eine andere. Nämlich: Warum spielen Erwachsene überhaupt Spiele, wenn keine Kinder in der Nähe sind. Haben die keinen Alkohol? Oder Geschlechtsteile?

Apropos Yoga. Waren Sie in der letzten Zeit mal in einer Bahnhofsbuchhandlung? Da kann man es sehen: die Kirche hat es verkackt!

Oder wie erklären Sie sich die 286 Publikationen zum Thema Good Life, Hygge und Spiritualität? Lebenshilfe auf Groschenroman-Niveau. Aber geil gelayoutet!

Dabei sollte es der Kirche eigentlich gut gehen. Alte, weiße Männer regieren die Welt. Noch immer, trotz #metoo und Co. Donald Trump wird nächstes Jahr wiedergewählt. Keine Sorge!

Es gab ja mal eine mächtige Frau in der Kirche. Also im Appendix der richtigen Kirche, in der evangelischen. Die hat dann aber ein Glas Wein getrunken und ist von allen Ämtern zurückgetreten. In vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Boulevard.

Da sieht man Unterschied zwischen Mann und Frau.

Frau: „Oh, ich hatte ein Glas Wein. Ich beende meine Karriere!“

Mann: „Oh, ich hatte 16 Knaben. Macht mich zum Papst. I´m too big to fail!“

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