Ich habe zwei Kinder, K1 (5) und K2 (3). Und ich bin eine gute Mutter.

Ja, genau. Weil ich habe im klischeebehafteten Rollenbild des letzten Jahrtausends die Rolle eingenommen, die viel zu lange der Mama zugestanden und zugemutet wurde: ich kümmere ich in erster Linie um unsere Kinder, während meine Frau ganztags robotten geht. Manchem ist das einen dümmlichen Spiegel-Artikel wert, ich finde es normal. Nebenher freelance ich, wenn ich dazu Zeit und Lust habe.

Ich schreibe diesen Artikel aber nun nicht aus Eigenlob (das überlasse ich Euch… also mich zu loben), sondern um über die härteste Aufgabe zu sprechen mit der sich Mütter, jedweden Geschlechts, konfrontiert sehen: DEM KINDERSPIEL.

Weder in meine Jugend, noch in meiner Kindheit, noch heute hatte ich irgendeinen Bezug zum Puzzeln oder zu Gesellschaftsspielen. Nun habe ich mindestens ein Kind, das voll darauf abfährt. Daneben lieben die beiden auch das, was ich selber immer geliebt habe. Puppentheater, Tanz und Schauspiel. Kinder-Puppentheater, Kinder-Tanz und Kinder-Schauspiel. Also: Kinder-Puppentheater, Kinder-Tanz und Kinder-Schauspiel von Kindern, meinen, gemacht… nur damit wir uns nicht falsch verstehen!

Gerade die jetzige Jahreszeit – kalt, dunkel, nass, usselig, unschön, nicht für Draußen geeignet – bietet viel Zeit und Raum für Kinderspiele verschiedenster Art. Und ich muss zugeben: ich habe das Spielen verlernt und manchmal habe ich schlicht keinen Bock auf Kinderspiele.

Als Indikator für diese Null-Bock-Phasen dient mein Handy. Ganz ohne App detektiert es die Situationen in denen ich kein guter Spielkamerad bin. Nämlich durch den fast immer gleichen Alarm von K1:

„Papa, jetzt leg doch mal das dumme Handy weg!“.

Recht hat er. Und jedes Recht das zu fordern. Aber Facebook, Welt, Zeit, Spiegel, Instagram und Co. sind doch gerade zu interessant. Egal. K1 darf kein Handy haben, dann fordert er das auch von mir und K2 stimmt mit ein. Wir spielen dann Runde um Runde UNO, Mensch ärgere Dich nicht oder ein Spiel, das sich mein Sohn gerade selber ausgedacht hat. Diese Spiele sind meist völlig ziellos, ohne Sinn, im erwachsenen Sinne, und die Regeln werden immer zu meinen Ungusten ausgelegt.

Wir spielen Puppentheater, das binnen Sekunden zu einer Turnstunde ausartet, ohne das ich rekapitulieren kann wie es genau dazu kam. Wir hören ein Hörspiel und spielen es anschließend detailgetreu nach. Nicht etwa die Details die ich mir behalten habe, nein, die Details der Kinder. Und die haben oft etwas ganz anderes gehört als ich.

Meine Kinder entführen mich jeden Tag in eine magische Welt, die sich mir vor langer Zeit verschlossen hat. Oft wehre ich mich dagegen, weil mich das „Erwachsenen-Zeugs“ einfach befriedigt und weniger von mir fordert als mich auf das Spiel meiner Kinder einzulassen. Aber ich lasse es ebenso gerne geschehen und darf dann ein bisschen Teil dieser magischen Kinderwelt werden. Kind werde ich nicht mehr, dass will ich auch gar nicht. Ich bin froh, dass ich nie wieder zur Schule gehen- nie wieder mit irgendwelchen Vollhonks um Dinge buhlen muss, die eigentlich egal sind. Es ist auch nicht meine Aufgabe wieder Kind zu werden. Kindische Eltern können, aus meiner Sicht, ihre Kinder nur unzureichend auf dem Weg ins Erwachsensein begleiten. Und diesen Weg gehen die Kinder. Kompromisslos, weil sie es wollen. Ich möchte aber das „Erwachsenen-Zeugs“ zunehmend oft beiseite legen und in die magische Welt meiner Kinder abtauchen, ihnen dort begegnen. Denn ich weiß, dass sie diese Welt schneller verlassen werden als mir lieb ist!

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